Ein englisches Fotomagazin ha drei Bilder aus meiner Portraitserie „Sommersprossen“ in die engere Auswahl aufgenommen. Die Serie entstand ursprünglich als freie Arbeit – ohne Auftrag, ohne Vorgaben. Ziel war ein reduziertes Schwarzweiß-Portrait, das nicht vom Styling, sondern vom Gesicht lebt: Struktur, Licht, Ruhe.

Für die Veröffentlichung wurden drei Varianten vorgeschlagen:
ein klassisches Einzelportrait, ein enger Crop im Bereich Augen–Mund sowie ein halbes Gesicht mit weichem Verlauf in den Hintergrund. Jedes dieser Bilder zeigt denselben Menschen – aber drei unterschiedliche Lesearten desselben Ausdrucks.

Die Redaktion hat die Auswahl nicht wegen des technischen Aufwands getroffen, sondern wegen der ruhigen Direktheit der Bilder. Keine Inszenierung, kein farblicher Effekt, keine Ablenkung – nur Licht, Haut, Blick.

Dass eine freie Arbeit aus dem eigenen Archiv diesen Weg geht, bestätigt für mich einmal mehr den Wert von Projekten ohne Auftraggeber: Sie erlauben Experimente, aus denen später genau die Bilder entstehen, die gefunden werden.