Es gibt Projekte, die nicht einfach beginnen – sie wachsen. Sie entstehen leise, zwischen Arbeit, Familie, Veränderungen und einem inneren Bedürfnis, Klarheit zu schaffen.
In den letzten Monaten arbeite ich neben meinen kreativen Aufträgen intensiv an meinem Buchprojekt INTERVALL. Ein Titel, der ganz bewusst gewählt ist: ein Zeitraum zwischen Stillstand und Bewegung, zwischen Rückblick und Aufbruch.
Dieses Buch ist kein chronologischer Lebenslauf. Es ist eine Sammlung von Fragmenten, Erinnerungen, Bildern und Gedanken. Manche davon ruhig und reflektiert, andere roh, direkt, ungefiltert. So, wie das Leben selbst.

Die Arbeit daran ist für mich ein Prozess der Reduktion – ähnlich wie im Design und in der Fotografie. Ich suche nach dem Wesentlichen, nach der Linie, die bleibt, wenn alles Überflüssige entfernt ist.
Die Seiten des Buches verbinden Text und Fotografie. Sie erzählen von Herkunft, Identität, Unternehmertum, Krisen, Entscheidungen und Wiederanfängen. Von Licht und Schatten. Von dem, was trägt und dem, was man loslassen muss.
Die beiden Bilder, die ich hier zeige, geben einen ersten Einblick:
Das Cover zeigt eine reduzierte, fast skulpturale Schwarz-Weiß-Ästhetik – ein Körper, anonym, verletzlich und gleichzeitig kraftvoll. Es steht für Transformation, für die Spuren des Lebens, für das, was bleibt.
Die Innenansicht zeigt die Verbindung von Bild und Text, die das Buch durchzieht: stille Momente, eingefangen in Fotografie, neben dichten, ehrlichen Gedanken. Diese Dualität prägt das gesamte Werk – visuell und inhaltlich.
Ich arbeite weiterhin täglich daran: schreibe neue Kapitel, überarbeite bestehende, sortiere, lösche und ergänze.
Der Prozess ist intensiv – und notwendig. Denn dieses Buch soll nicht nur erzählen. Es soll Haltung zeigen.
In den kommenden Wochen werde ich Einblicke in weitere Kapitel geben, über den Entstehungsprozess sprechen und einzelne Themen vertiefen, die mich geprägt haben.
INTERVALL ist noch nicht abgeschlossen. Aber es nimmt Form an. Und genau das wollte ich zeigen:
Ein Buch entsteht nicht in einem Moment – sondern im Raum dazwischen.
Für die internationale Anwaltskanzlei Bryan Cave an der Welle in Frankfurt entstand eine Serie großformatiger Fine-Art-Fotografien. Gewünscht waren Motive aus Frankfurt – jedoch ohne die üblichen, sofort erkennbaren Stadtklischees. Die Bilder sollten Ruhe ausstrahlen, zeitlos wirken und den Räumen eine architektonische Haltung geben, ohne zu illustrieren.

Ein besonderer Wunsch: Auf den Brücken durfte kein Mensch zu sehen sein.
Die Lösung war kein einzelner Moment, sondern ein Prozess. Es wurden über Stunden Hunderte von Bildern vom Stativ aufgenommen, in identischem Winkel und bei gleichem Licht. Erst in der Postproduktion wurden diese Ebenen so verrechnet, dass alle Passanten nahtlos „herausgerechnet“ wurden – ohne sichtbare Retusche-Artefakte. Das Ergebnis: eine Brücke, wie es sie real nie gibt – völlig leer, vollkommen ruhig.

Neben den Brückenmotiven wurde auch die Welle, das markante Gebäude am Standort, fotografiert. Statt der Gesamtansicht entschieden wir uns bewusst für Ausschnitte und Muster der Fassade: Dreiecke, Reflexionen, Rhythmus. Die Architektur bleibt identifizierbar – aber nicht aufdringlich. Man erkennt Frankfurt, ohne dass es ausgesprochen wird.

Nach Auswahl, Feinkorrektur und Schwarzweiß-Finalisierung wurden die Arbeiten auf großformatige Platten produziert und in verschiedenen Besprechungsräumen installiert. Die Motive funktionieren dort nicht als Deko, sondern als ruhige, präzise gesetzte Flächen, die dem Raum Charakter geben – klassisch, zurückhaltend, dauerhaft.

Nach der finalen Abstimmung wurden die Motive als Direktdruck hinter Glas produziert – mit hoher Kantenpräzision und spiegelneutralem Weiß, um die grafische Wirkung der Schwarzweiß-Kontraste zu halten. Die Montage vor Ort in den Konferenz- und Empfangsräumen wurde vollständig von Momenti Studio umgesetzt – von der Vorbereitung der Wandflächen bis zur millimetergenauen Hängung im Raum.



Mailand, ein Ort, an dem Stil oft lauter spricht als Worte. Und doch trafen sich hier beides – Bild und Sprache – in einer feinen Balance. Für zwei Monate waren Werke aus meiner Faces Collection Teil einer ungewöhnlichen Ausstellung: in einer Anwaltskanzlei im Herzen der Stadt.

Zwischen Akten, Büchern und Glaswänden bekamen die Porträts eine neue Bühne. Die Gesichter, sonst still Beobachter, schienen selbst zuzuhören – den Gesprächen, den Gedanken, der Atmosphäre dieses Raums, in dem täglich Entscheidungen entstehen.
Die Idee war einfach: Kunst nicht in weißen Hallen zeigen, sondern dort, wo Menschen arbeiten, verhandeln, denken. So wurde die Kanzlei zur Galerie auf Zeit. Besucher, Klienten, Kollegen blieben stehen, nahmen sich einen Moment – und sahen vielleicht auch sich selbst in diesen Gesichtern.
Nach acht Wochen endete die Ausstellung, aber einige der Arbeiten fanden neue Besitzer direkt aus der Kanzlei heraus. Ein stilles Kompliment an die Kraft der Porträts, die mehr erzählen, als sie zeigen.