In den letzten Monaten ist in Momenti Studio ein Gedanke gereift, der immer lauter wurde: der Wunsch nach einem Format, das nicht inszeniert, nicht beschleunigt und nicht für den schnellen Effekt produziert ist. Ein Format, das Raum schafft – für Stimmen, Erfahrungen, leise Zwischentöne und die Geschichten, die Menschen prägen.
Aus dieser Idee entsteht gerade unser neuer Podcast: ein gemeinsames Projekt von Natalie Rosini und Stefano Granata, aufgenommen in Frankfurt, entwickelt aus dem Anspruch heraus, authentische Begegnungen möglich zu machen.
Der Podcast verbindet eine ruhige Atmosphäre mit inhaltlicher Tiefe. Wir sprechen über Wendepunkte, berufliche Wege, familiäre Wurzeln, innere Konflikte und kreative Prozesse. Es geht nicht um Reichweite oder Algorithmen, sondern um Substanz – um Gespräche, die bleiben.
Jede Folge entsteht in einem kleinen, konzentrierten Setting. Zwei Stimmen, ein Raum. Manchmal nur wir beide, oft mit Gästen, deren Lebenswege uns berühren: Unternehmerinnen, Künstler, Menschen mit Brüchen, mit Mut, mit Suchbewegungen.
Für uns ist dieser Podcast ein Intervall – ein offener Raum zwischen zwei Momenten. Eine Möglichkeit, zu reflektieren, zu fragen, zuzuhören und etwas festzuhalten, das im Alltag oft untergeht.
Heute zeigen wir den ersten Entwurf des Covers, das später das Gesicht des Podcasts werden soll. Eine skizzierte, reduzierte Gestaltung – klar, persönlich, zeitlos. Genau so, wie wir uns das Format wünschen.
Cover-Entwurf:
In Folge 1 – Zwei Stimmen, ein Raum stellen wir uns vor, sprechen über Herkunft, Motivation und darüber, warum dieser Podcast für uns nicht einfach ein weiteres Projekt ist, sondern eine Rückkehr zu dem, was uns antreibt: Menschen und Momente sichtbar zu machen.
Der Starttermin wird in den nächsten Tagen bekanntgegeben. Bis dahin arbeiten wir weiter am Setup, an der redaktionellen Struktur und an den Gesprächen, die wir euch bald mitgeben möchten.

Es gibt Projekte, die nicht einfach beginnen – sie wachsen. Sie entstehen leise, zwischen Arbeit, Familie, Veränderungen und einem inneren Bedürfnis, Klarheit zu schaffen.
In den letzten Monaten arbeite ich neben meinen kreativen Aufträgen intensiv an meinem Buchprojekt INTERVALL. Ein Titel, der ganz bewusst gewählt ist: ein Zeitraum zwischen Stillstand und Bewegung, zwischen Rückblick und Aufbruch.
Dieses Buch ist kein chronologischer Lebenslauf. Es ist eine Sammlung von Fragmenten, Erinnerungen, Bildern und Gedanken. Manche davon ruhig und reflektiert, andere roh, direkt, ungefiltert. So, wie das Leben selbst.

Die Arbeit daran ist für mich ein Prozess der Reduktion – ähnlich wie im Design und in der Fotografie. Ich suche nach dem Wesentlichen, nach der Linie, die bleibt, wenn alles Überflüssige entfernt ist.
Die Seiten des Buches verbinden Text und Fotografie. Sie erzählen von Herkunft, Identität, Unternehmertum, Krisen, Entscheidungen und Wiederanfängen. Von Licht und Schatten. Von dem, was trägt und dem, was man loslassen muss.
Die beiden Bilder, die ich hier zeige, geben einen ersten Einblick:
Das Cover zeigt eine reduzierte, fast skulpturale Schwarz-Weiß-Ästhetik – ein Körper, anonym, verletzlich und gleichzeitig kraftvoll. Es steht für Transformation, für die Spuren des Lebens, für das, was bleibt.
Die Innenansicht zeigt die Verbindung von Bild und Text, die das Buch durchzieht: stille Momente, eingefangen in Fotografie, neben dichten, ehrlichen Gedanken. Diese Dualität prägt das gesamte Werk – visuell und inhaltlich.
Ich arbeite weiterhin täglich daran: schreibe neue Kapitel, überarbeite bestehende, sortiere, lösche und ergänze.
Der Prozess ist intensiv – und notwendig. Denn dieses Buch soll nicht nur erzählen. Es soll Haltung zeigen.
In den kommenden Wochen werde ich Einblicke in weitere Kapitel geben, über den Entstehungsprozess sprechen und einzelne Themen vertiefen, die mich geprägt haben.
INTERVALL ist noch nicht abgeschlossen. Aber es nimmt Form an. Und genau das wollte ich zeigen:
Ein Buch entsteht nicht in einem Moment – sondern im Raum dazwischen.
Für das Herrenlabel ABACI entstanden mehrere Motive für eine Anzeigenstrecke im GQ Magazin. Ziel war eine Bildsprache, die nicht modisch wirkt, sondern zeitlos – näher an Portrait und Haltung als an Modefotografie im klassischen Sinn. Die Kleidung sollte wirken, ohne „inszeniert“ zu erscheinen.

Die Aufnahmen wurden bewusst in reduzierten Set-Situationen fotografiert: enge Innenräume, dunkle Korridore, eine Waldszene im späten Winterlicht. Der Fokus lag auf Textur, Körperhaltung und Lichtführung – nicht auf Dekoration. Die Modelle wurden nicht „gespielt“, sondern lediglich im Raum platziert und im Moment beobachtet.

Nach Auswahl und Retusche entstanden daraus fertige Anzeigenlayouts für Print. Logo-Platzierung, Farbkorrektur und Beschnitt wurden direkt innerhalb der finalen Reinzeichnung umgesetzt – inklusive Andrucksimulation mit Messkeilen und Passmarken, um die Qualität im späteren Druck zu sichern. Die Motive liefen anschließend als geschaltete Anzeigen im GQ Magazin.
Die Serie zeigt exemplarisch, wie Modemotive ohne visuelle Lautstärke funktionieren können: ruhig, konzentriert, markenpräzise.

Ein englisches Fotomagazin ha drei Bilder aus meiner Portraitserie „Sommersprossen“ in die engere Auswahl aufgenommen. Die Serie entstand ursprünglich als freie Arbeit – ohne Auftrag, ohne Vorgaben. Ziel war ein reduziertes Schwarzweiß-Portrait, das nicht vom Styling, sondern vom Gesicht lebt: Struktur, Licht, Ruhe.

Für die Veröffentlichung wurden drei Varianten vorgeschlagen:
ein klassisches Einzelportrait, ein enger Crop im Bereich Augen–Mund sowie ein halbes Gesicht mit weichem Verlauf in den Hintergrund. Jedes dieser Bilder zeigt denselben Menschen – aber drei unterschiedliche Lesearten desselben Ausdrucks.

Die Redaktion hat die Auswahl nicht wegen des technischen Aufwands getroffen, sondern wegen der ruhigen Direktheit der Bilder. Keine Inszenierung, kein farblicher Effekt, keine Ablenkung – nur Licht, Haut, Blick.

Dass eine freie Arbeit aus dem eigenen Archiv diesen Weg geht, bestätigt für mich einmal mehr den Wert von Projekten ohne Auftraggeber: Sie erlauben Experimente, aus denen später genau die Bilder entstehen, die gefunden werden.